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Nachlese – Anlieger frei

von Silvia Schumacher

Das Parken im öffentlichen Raum ist ja bekanntlich ein Thema für sich – und eine echt hartnäckige Nuss.

Nicht Jeder ist sich der geltenden Verkehrsregeln beim Parken und Halten bewusst oder hat diese bereits vergessen, mancher legt die Regelungen für sich selbst recht großzügig aus und andere verlegen ihre „privaten Abstellflächen“ einfach dauerhaft in den öffentlichen Verkehrsraum – egal ob Auto, Wohnmobil, Wohnwagen oder einfach nur für den Anhänger. Oft wird der eigene und vorhandene Stellplatz oder die Garage einfach „zweckentfremdet“ oder für die schönere Aussicht freigehalten.

Manches Parken ist bekanntlich verkehrswidrig: Spitzenreiter das „Parken am linken Fahrbahnrand“, beliebt auch das Parken in Spielstraßen außerhalb markierter Flächen, Parken an unübersichtlichen Stellen, Parken auf Sperrmarkierungen, Parken im Halteverbot…

Manches Parken ist zwar verkehrsrechtlich erlaubt, aber in der Frage nach einer netten Nachbarschaft oder einem gemeinschaftlichen Miteinander grenzwertig…

Davon ungeachtet, konnte man sich während der Fasnachtsveranstaltungen in der Ortsmitte wieder davon überzeugen, dass es zwar verkehrsrechtliche Regelungen und Beschränkungen geben kann, diese aber scheinbar nicht für alle Verkehrsteilnehmer gelten.

Wie ist es sonst zu erklären, dass eine Sperrung der Ortsmitte – trotz entsprechender Beschilderung – nicht beachtet wird?

Warum wird eine Beschilderung einfach missachtet? Um auf dem gleichen Weg wie immer nach Hause zu finden? Weil in der Freiburger Straße seit neuestem Linksverkehr gilt? Das Navi keinen anderen Weg kennt? Oder dem eigenen Verstand nicht über den Weg getraut wird?

"Anlieger frei" bedeutet immer noch, es verbietet den Verkehrsteilnehmern die Straße zu befahren, mit Ausnahme der Anlieger. Ich wusste gar nicht, dass wir in der Ortsmitte so viele Anlieger haben? Es gilt wohl eher die Meinung – das eigene Anliegen ist wichtiger.

„Ich kenne mich aus und komme schon durch.“ Wer versucht es manchmal nicht auf Schleichwegen? Aber spätestens dann, wenn Menschen den (gesperrten) Fahrweg kreuzen, muss doch eigentlich der gesunde Menschenverstand einsetzen und man muss erkennen, dass es angebracht wäre umzukehren!

Die wenigstens Autofahrer waren tatsächlich ortsfremd und viele Wege führen schließlich zum Ziel. Ich wüsste nicht, dass wir in einer Sackgasse enden! Es ist auch deshalb befremdlich, weil sich die wenigstens Angesprochenen im „Unrecht“ gesehen haben, sondern lediglich bei ihrem „Anliegen“ aufgehalten fühlten. Verständnis oder gar Einsicht eines Fehlverhaltens – Fehlanzeige!

Wenn man dann noch bedenkt, dass Ehrenamtliche bei Veranstaltungen für die Sicherheit der Besucher verantwortlich sind und hierzu Auflagen zu erfüllen haben, ist es umso unverständlicher, dass es Fahrzeuglenker_Innen gibt, die diese Vorsichtsmaßnahmen einfach ignorieren und Verantwortung von sich weisen. Ein Unding!

Die Veranstalter sind froh und dankbar, wenn Niemand zu Schaden kommt und wenn doch etwas Unvorhergesehenes passiert, ist es schlimm genug. In Menschenmengen fahrende Autos wecken schlimme Bilder. Nicht auszudenken wenn etwas passiert – was soll dieses Fahrverhalten dann!

Die nächsten Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus. Erinnern Sie sich rechtzeitig an die Verkehrsregeln und schalten Sie den gesunden Menschenverstand ein! Dieser ist meist das beste Navigationsgerät.

Silvia Schumacher, Ortsvorsteherin

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