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Heckenschnitt und das Mähen unbebauter Grundstücke

von Silvia Schumacher

...was würden wir nur ohne gesetzliche Regelungen und Normen anfangen?

Das meiste bei uns unterliegt gesetzlichen Regelungen und Normen.

Das gilt auch für den Heckenschnitt und damit verbunden dem Mähen unbebauter Grundstücke. Langweilig wäre es, wenn es nur eine Regelung zu beachten gäbe. Hier sind unter anderem das Bundesnaturschutzgesetz, das Nachbarschaftsrecht sowie Regelungen zwischen Mieter und Vermieter nicht zu vernachlässigen. Einfach kann schließlich Jeder.

Und nicht vergessen: Wo es Regelungen gibt, gibt es natürlich auch Straf- und Bußgeldmaßnahmen. Aber wer möchte das schon.

Wir möchten daher nochmals darauf aufmerksam machen, dass auch unbebaute Grundstücke mindestens einmal jährlich gemäht werden müssen, damit die angrenzenden bebauten Grundstücke nicht in unzumutbarer Weise durch Flugsamen und Wurzeln der Unkräuter beeinträchtigt werden.

Für den Heckenschnitt sind in der Zeit von Anfang März bis Ende September die besonderen Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes zu beachten. Das Entfernen von Büschen und Hecken und der (radikale) Rückschnitt derer ist insbesondere aufgrund des Vogelschutzes in dieser Zeit nicht erlaubt. Erlaubt sind hingegen Form- und Pflegeschnitte, die der Beseitigung des Zuwachses der Heckenpflanze dienen. Aber auch hier gilt der Brut- und Nistschutz.

Zur Verkehrssicherungspflicht sind Büsche und Hecken entlang von Fußgängerwegen sowie an Kreuzungen und Straßeneinmündungen regelmäßig so zurück zuschneiden, dass eine ausreichende Durchgangshöhe besteht und keine Sicherheitsbeeinträchtigungen eintritt. Dass bedeutet: Öfters mal ums eigene Haus laufen und selbst den Gehweg vor der Haustüre nutzen.

Dabei nicht zu vergessen ist die Hecke zum Nachbar. Ein Heckenschnitt wird hier in der Regel dann gesetzlich notwendig, wenn der vorgeschriebene Grenzabstand zum Nachbargrundstück nicht eingehalten wurde. Dieser fällt in jedem Bundesland unterschiedlich aus: in Baden-Württemberg muss für Hecken bis 1,80m Höhe ein Grenzabstand von 0,50 Metern eingehalten werden (Ausnahmen gibt es sicherlich auch hier). Wächst die Hecke über diese Grenzabstände hinaus, muss ein Rückschnitt vorgenommen werden; spätestens dann, wenn der Nachbar es verlangt. Es ist sicherlich auch möglich, eine individuelle Vereinbarung zu treffen, bei der eine auf der Grundstücksgrenze gepflanzte Hecke von beiden Nachbarn gepflegt wird.

Auch hier gilt: Sich öfters mal mit dem oder auch beim Nachbarn zum Kaffee oder Viertele treffen und sich darüber unterhalten. Mancher Groll oder manches Ärgernis bleibt dadurch erspart. Das jeweils eigene (juristisch) Recht einfordern zu wollen / müssen, ist sicherlich möglich, kostet aber auch nur Geld und nicht zuletzt Lebensqualität rund um das Zuhause. Der gemeinsame Kaffee und Kuchen ist sicherlich günstiger.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer im Garten und ein gutes Miteinander mit den Nachbarn.

Silvia Schumacher

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